Übungen • Einweisen

Der Aufbau und die Vertiefung der Grundlagen der drei Disziplinen des Einweisens – „Voran“, „Voran-auf-Distanz“ („Back“) und „Seitwärts“ sind im Arbeitshandbuch Apportieren – Schritt für Schritt eingehend in den Lernphasen 1 bis 16 erklärt. Und durch eingeschaltete Testphasen ist das Erreichen der Lernziele überprüft worden.

„Voran“

Zusammenfassung des Stufenplanes Voran in gerader Linie im Arbeitshandbuch
Beim Einweisen ist das „Voran in gerader Linie“ das wichtigste Kommando! Der Sinn liegt nicht darin, seinen Hund einfach weit weg zu schicken, sondern ihm beizubringen, aus seiner Sitzposition heraus über größere Distanzen in gerader Linie genau auf einen bestimmten Punkt voran zu laufen, bis er den Suchen-Pfiff erhält. Hat er dieses gelernt, braucht er weniger abgestoppt und mit „Seitwärts“ oder „Voran auf Distanz“ korrigiert werden.

„Seitwärts“

Zusammenfassung des Stufenplanes Seitwärts im Arbeitshandbuch
Das Seitwärtsschicken nutzt man, um den Hund zu korrigieren, der von der Ideallinie abweicht. Es kann aber auch erforderlich werden, wenn beispielsweise ein Hindernis seinen direkten Weg zum Ziel verhindert (siehe Stufenplan Einweise-übungen F).
Bei dem Einweisen zu einer Seite muss sich der Hund in einem korrekten 90°-Winkel drehen können und dann in einer geraden Linie zum Dummy laufen (Stufe 1 und 2).
Dabei soll er die angezeigte Richtung annehmen (Stufe 3 und 4). Dies sollte er auch zeigen, wenn die Distanzen zum Dummy und zum Hundeführer vergrößert (Stufe 5), die weißen Hilfsmittel entfernt
(Stufe 6) und die Verleitungen verstärkt werden (Stufe 7 und 8).

„Voran-auf-Distanz“ („Back“)

Zusammenfassung des Stufenplanes Voran-auf-Distanz im Arbeitshandbuch
Ein Hund, der beim Voran geringfügig von der Ideallinie abgewichen ist oder selbständig abgestoppt hat, muss aus größerer Entfernung zum Apportel weitergeschickt werden können.
Dazu muss er zunächst lernen, sich auf der Stelle um 180° zu drehen und in einer geraden Linie in die angezeigte Richtung zu laufen (Stufe 1 und 2).
Die Abstände zum Hundeführer, zum Dummy und zu den Geländelinien werden dann vergrößert (Stufe 3), weiße Hilfsmittel entfernt und die richtige Reaktion auf den Suchen-Pfiff gefordert (Stufe 4). Danach werden Verleitungen eingesetzt (Stufe 5 und 6) und die erwähnten Distanzen stark vergrößert (Stufe 7 und 8).

Deshalb werden zur Einordung des Ausbildungsstandes hier nur einige Testaufgaben gestellt., bzw. es wird auf Besonderheiten bei den Disziplinen eingegangen. Ein Hund, der z.B. beim Voran geringfügig von der geraden Linie abgewichen ist oder selbständig abgestoppt hat, muss aus größerer Entfernung zum Apport weitergeschickt oder in der Richtung korrigiert werden können. Aber es kann auch erforderlich werden, wenn ein Hindernis den direkten Weg zum Ziel verhindert. Im Anschluß daran noch einige Übungen zur Vertiefungen.

Testaufgaben „Voran“

Um sicher zu sein, dass der Hund bei einem Einweisen in gerader Richtung wirklich versteht was er zu tun hat, muss der Ausbildungsstand des Hundes zuerst durch verschiedene Testaufgaben ermittelt werden.
Dabei ist auf ein Gelände mit niedrigem Bewuchs zu achten.

Testaufgabe 1

Voraussetzung bei den Hunden dazu ist, dass sie das „Voran“ auf der Stufe 8 des Arbeitshandbuches beherrschen.

Bei diesem Test wird überprüft, ob der Hund ohne Hilfslinie (Bewuchskanten, weg, Zäune usw.) in gerader Richtung auf ein ihn nicht sichtbares Dummy vorangeht.

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Testaufgabe 2

Voraussetzung bei den Hunden dazu ist, dass sie das „Voran“ auf der Stufe 11 des Arbeitshandbuches beherrschen.

Bei diesem Test wird überprüft, ob der Hund trotz einer Verleitung ein Hindernis (Buschreihe, Altgrasstreifen, Maisstreifen usw.) überwindet und dabei die gerade Linie beibehält.

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Testaufgabe 3

Voraussetzung bei den Hunden dazu ist, dass sie das „Voran“ auf der Stufe 16 des Arbeitshandbuches beherrschen.

Bei diesem Test wird überprüft, ob der Hund die gerade Linie auch dann einhält, wenn er zeitweise außerhalb der Sicht (bis nach einem Geländesprung, nach einem Trockengraben, nach einem hohen Altgras- oder Maisstreifen usw.) des Hundeführers arbeitet und zuvor eine Verleitmarkierung gesehen hat.

Testaufgaben „Voran-auf-Distanz“

Um sicher zu sein, dass der Hund beim Einweisen in größerer Entfernung wirklich versteht was er zu tun hat, wenn er weiter „Voran“ geschickt wird, kann durch verschiedene Testaufgaben ermittelt werden.
Dabei ist auf ein Gelände mit niedrigem Bewuchs zu achten.

Testaufgabe 1

Voraussetzung ist, dass der Hund das „Back“ auf der Stufe 3 des Stufenplanes beherrscht.
D1 (weiß oder grün an weißen Stäbchen) wird sichtbar 10 m hinter dem Hund ausgelegt.
Der Hundeführer entfernt sich 10 m vom Hund, dreht sich um und schickt den Hund mit „Back“.
Eventuell auf parallele Geländelinie achten

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Testaufgabe 2
Voraussetzung ist, dass der Hund das „Back“ auf der Stufe 3 des Stufenplanes beherrscht.

D1 (weiß oder grün an weißen Stäbchen) wird sichtbar hinter dem Gespann ausgelegt.
Dieses entfernt sich 10 m, der Hund wird abgesetzt und der Hundeführer entfernt sich weitere 10 m, dreht sich um und schickt den Hund mit „Back“.

Testaufgabe 3
Voraussetzung ist, dass der Hund das „Back“ auf der Stufe 5 des Stufenplanes beherrscht.

D1 (weiß oder grün an weißen Stäbchen) wird sichtbar 10 m hinter dem Hund ausgelegt. Danach seitlich von ihm eine Verleitung D2.
Der Hundeführer entfernt sich 10 m vom Hund, dreht sich um und schickt den Hund mit „Back“.

Testaufgabe 4
Voraussetzung ist, dass der Hund das „Back“ auf der Stufe 5 des Stufenplanes beherrscht.

Ein (weißes / grünes) Dummy D1 wird für den Hund nicht sichtbar ausgelegt.
Der HF kommt mit dem Hund bei Fuß, lässt den Hund 10 m entfernt vom Dummy absitzen und entfernt sich 10 m vom Hund, dreht sich um und schickt den Hund mit „Back“.

Testaufgabe 5
Voraussetzung ist, dass der Hund das „Back“ auf der Stufe 6 des Stufenplanes beherrscht.

Ein (weißes / grünes) Dummy D1 wird für den Hund nicht sichtbar ausgelegt. Der HF kommt mit dem Hund bei Fuß, lässt den Hund 10 m entfernt vom Dummy D1 absitzen.
Seitlich vom Hund wird nun eine Verleitung D2 geworfen.
Der HF entfernt sich 10 m vom Hund, dreht sich um und schickt den Hund mit „Back“.

Testaufgaben „Seitwärts“

Um sicher zu sein, dass der Hund beim Einweisen in größerer Entfernung wirklich versteht was er zu tun hat, wenn er „Seitwärts“ geschickt wird, kann durch verschiedene Testaufgaben ermittelt werden.
Dabei ist auf ein Gelände mit niedrigem Bewuchs zu achten.

Testaufgabe 1

Voraussetzung ist, dass der Hund das „Seitwärts“ auf der Stufe 3 des Stufen- planes beherrscht. D1 und D2 (weiße oder grüne an weißen Stäbchen) werden sichtbar links und rechts vom Hund ausgelegt.
Reihenfolge: D1, dann D2
Eventuell auf parallele Geländelinie achten.

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Testaufgabe 2
Voraussetzung ist, dass der Hund das „Seitwärts“ auf der Stufe 5 des Stufen- planes beherrscht.

D1 und D2 (weiße oder grüne an weißen Stäbchen) werden sichtbar links und rechts vom Hund ausgelegt.
Reihenfolge: D1, dann D2
Bevor D2 geholt werden darf wird D3 als Verleitung ausgelegt

Testaufgabe 3
Voraussetzung ist, dass der Hund das „Seitwärts“ auf der Stufe 7 des Stufen- planes beherrscht.

D1 (weiß) liegt bevor der Hund auf Position gebracht wird. D2 wird sichtbar für den Hund geworfen.
Reihenfolge: D1, dann D2
Bevor D2 geholt werden darf wird D3 als Verleitung ausgelegt

Ausführungsvariable:

Bewuchs an der Fallstelle von D1
Bewuchs- und / oder Geländewechsel unterwegs

Entsprechend dem Ausbildungsstand das passende Gelände auswählen. Weitere Geländebeispiele siehe bei den Kombinationsaufgaben

Gelände 1
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Musteraufgaben

Dabei wird auf einige beachtenswerte Besonderheiten eingegangen z.B.

  • die Reihenfolge in der gearbeitet werden sollte, um dem Hund nicht den Schwung zu nehmen
  • und die Annäherung an eine Fallstelle
Musteraufgabe 1

Ausführungsvariable Gelände 4 oder 5 Zuerst D1, dieses liegt z.B. ca. 20 m hinter einem Altgrasstreifen, dabei muss der Hund auch noch an einem Baum oder Busch vorbei laufen, ohne in dessen Kronenbereich zu suchen.
Anschließend kann mit einem geübten Hund D2 gearbeitet werden. Dieses liegt an einer markanten Stelle am schrägen Bewuchswechsel.
Mit einem ungeübten Hund sollte diese Einweiseaufgabe zu einem späteren Zeitpunkt gearbeitet werden.
Wenn beide Einzelaufgaben vom Hund mehrfach freudig und zügig gearbeitet wurden, kann die Kombination gearbeitet werden.

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Musteraufgabe 2

Ausführungsvariable Gelände 6

Zuerst D1, dieses liegt z.B. ca. 30 m hinter einer Lücke in einer Hecke, Buschreihe etc., in einem markanten Bewuchsbereich.
Anschließend kann mit einem geübten Hund D2 gearbeitet werden. Dieses liegt am Ende der Buschreihe.
Mit einem ungeübten Hund sollte diese Einweiseaufgabe zu einem späteren Zeitpunkt gearbeitet werden.
Wenn beide Einzelaufgaben vom Hund mehrfach freudig und zügig gearbeitet wurden, kann die Kombination gearbeitet werden. Hinweise zum Einweisen:

Der Hundeführer kann den gut ausgebildeten Hund bei seiner Arbeit unterstützen, in dem er ihn auf die richtige Seite zum Wind bringt und im richtigen Augenblick das Kommando zur „Kleinen Suche“ oder „Suche auf der Stelle“ gibt

Musteraufgabe 3

Ausführungsvariable Gelände 13

Zuerst D1, dieses liegt z.B. ca. 5 bis 15 m hinter einem Trockengraben, Mulde mit dichter Bodendeckung etc.
Anschließend kann mit einem geübten Hund D2 gearbeitet werden. Dieses liegt in dem Geländewechsel (Graben, Mulde etc.). Als Anhalt zum Fallbereich an einem markanten Merkmal (Busch, Baum, anderfarbige Bodendeckung usw.) orientieren.
Mit einem ungeübten Hund sollte diese Einweiseaufgabe zu einem späteren Zeitpunkt gearbeitet werden.
Wenn beide Einzelaufgaben vom Hund mehrfach freudig und zügig gearbeitet wurden, kann die Kombination gearbeitet werden.

Musteraufgabe 4

Ausführungsvariable Gelände 20

Zuerst D1, dieses liegt parallel zu einem Bachlauf im Uferbereich.
Anschließend kann mit einem geübten Hund D2 gearbeitet werden. Dieses liegt an einer markanten Stelle auf der anderen Uferseite. Die Entfernung kann, wie im Stufenplan „Über Wasser schicken“ schrittweise vergrössert werden.
Mit einem ungeübten Hund sollte diese Einweiseaufgabe zu einem späteren Zeitpunkt gearbeitet werden.
Wenn beide Einzelaufgaben vom Hund mehrfach freudig und zügig gearbeitet wurden, kann die Kombination gearbeitet werden.

Musteraufgabe 5

Ausführungsvariable Gelände 15 oder 16

Ist der Winkel zwischen der Laufrichtung und einem schwer zu überwindenden Hindernis kleiner als 30° ist es meist leichter, den Hund so nahe als möglich beim Hundeführer überwinden zulassen. Dabei ist der Wind zu beachten

Musteraufgabe 6

Ausführungsvariable Gelände 17 oder 18

Zuerst D1, dieses liegt z.B. ca. 30 m hinter einem Abhang oder der oberen Hangkante neben einem markanten Baum etc. (dabei muß der Hund zeitweise ausserhalb der Sicht des HF gerade aus weiter laufen bis er wieder zu sehen ist, bzw. der HF den Zeitpunkt abgeschãtzt hat, dass der Hund die Fallstelle ereicht haben könnte.)
Anschließend kann mit einem geübten Hund D2 gearbeitet werden. Dieses liegt im Hangbereich.
Mit einem ungeübten Hund sollte diese Einweiseaufgabe zu einem späteren Zeitpunkt gearbeitet werden.
Wenn beide Einzelaufgaben vom Hund mehrfach freudig und zügig gearbeitet wurden, kann die Kombination gearbeitet werden. Hinweise zum Einweisen:

Der Hundeführer kann den gut ausgebildeten Hund bei seiner Arbeit unterstützen, in dem er ihn auf die richtige Seite zum Wind bringt und im richtigen Augenblick das Kommando zur „Kleinen Suche“ oder „Suche auf der Stelle“ gibt

Bei Rückenwind am besten über den angegebenen Fallbereich hinaus schicken und zurück suchen lassen.

Bei Gegenwind am besten auf den angegebenen Fallbereich schicken und vor ihm mit der Suche beginnen lassen.

Bei Seitenwind am besten auf die Wind abgewandete Seite schicken und auf Höhe der Fallstelle mit der Suche beginnen lassen.

Besonderheiten bei „Seitwärts“

Das Seitwärtsschicken wird meistens als Korrektur beim Einweisen in gerader Linie verwendet. Dennoch gibt es Ausnahmen, zum Beispiel

  • das überwinden von Hindernissen zu vereinfachen
  • und unübersichtliche Hindernisse zu umlaufen
Musteraufgabe 1

D1 liegt z.B. hinter einer undurchdringlichen Hecke, gerade hinter einer Lücke in der Hecke. Der Abstand bis zur Lücke ist etwa 40 – 50 m, ca. 30 m hinter der Hecke liegt das Dummy D1.

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Musteraufgabe 2

D1 liegt nochmals hinter einem unüberwindbaren Hindernis (wie Hecke, Holzstoss usw.), diesmal jedoch seitlich versetzt knapp dahinter

Musteraufgabe 3

Die Fallstelle befindet sich auf der anderen Uferseite eines stark mäandrierenden Bachlaufes. Um den Hund nicht dreimal über den Bach schicken zu müssen, kann es sinnvoller sein, ihn in der dargestellten Weise zu schicken.

Musteraufgabe 4

Wenn der Ein- und/oder Ausstieg an einem Bach in der geraden Linie zu schwer, bzw. unmöglich ist, kann es auch hier sinnvoller sein einen Weg zum Dummy mit leichteren Einstiegen zu wählen

Musteraufgabe 5

Ist der Winkel zwischen der Laufrichtung und einem schwer zu überwindenden Hindernis kleiner als 30° ist es meist leichter, den Hund so nahe als möglich beim Hundeführer überwinden zulassen. Dabei ist der Wind zu beachten

Musteraufgabe 6

Denn manchmal ist es für den Hund einfacher das Hindernis zu überwinden, wenn er den Geruch des Dummys schon in der Nase hat.

Musteraufgabe 7

Wenn sich eine Lücke oder niedrigere Zaunhöhe in der Nähe der direkten Lauflinie befindet, ist es manchmal besser, das Hindernis dort vom Hund überwinden zu lassen. Denn jedes nichtbefolgen eines Kommandos wird mit Punktabzügen geahndet.

Musteraufgabe 8

Wenn es bekannt ist, dass das Dummy außer Sicht hinter einem Hindernis wie z.B. einer Baum- oder Buschgruppe liegt, dann ist es meist einfacher den Hund um dieses herum einzuweisen. Dabei auf die Windrichtung achten.

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